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Schloss Runkelstein

Die mittelalterliche Burg liegt unweit von Bozen auf einem geschützten Porphyrfelsen hoch über der Talfer, am Eingang zum Sarntal. Vor allem bekannt ist Schloss Runkelstein wegen seinem umfangreichen profanen Freskenzyklus aus dem Mittelalter, welche von authentischen Rittersagen, von Hofdamen, von Szenen aus der Literatur und vom Leben am Hof und bei der Jagd erzählt.

1237 wurde die ursprüngliche Wehranlage von den Herren von Wangen errichtet. Zu dieser Zeit gehörte die Burg und ihre Herren Friedrich und Beral von Wangen zum Bistum von Trient. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts hatten der Bischof Heinrich von Trient und Graf Meinrad II. von Tirol eine intensive Auseinandersetzung und aufgrund der politisch interessanten Lage von Schloss Runkelstein wurden dessen Besitzer mit in diese Kämpfe einbezogen und das Gebäude belagert. Somit sollte die Familie von Wangen ihren Besitz nie mehr zurückerhalten und das Schloss wurde in den drauf folgenden Jahren verschiedenen Familien zu Lehen gegeben.

1385 erwarben die reichen Bozner Kaufleute Franz und Niklaus Vintler das Schloss. Diese Familie ließ die Burg mit Fresken schmücken um ihren Wohlstand auszudrücken. Heute stellen diesen Fresken wohl den größten erhaltenen profanen Freskenzyklus des Mittelalters dar. Außerdem war Schloss Runkelstein mit Bauelementen ausgestattet, die das Leben in ihr nach dem damaligen Maßstäben angenehmer machten. So finden wir z.B. eine Abortanlage und eine Zisterne zum Speichern von Wasser. 1390 wurde das sogenannte Sommerhaus auf Anordnung von Nikolaus Vintler errichtet. Und auch hier wurden Innen wie Außen die Mauern mit Fresken geschmückt.

Als 1413 Niklaus Vintler verstarb, blieb die Burg zwar noch einige Zeit im Besitz seiner Familie, doch bereits ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts kam Schloss Runkelstein in die Hände von Siegmund des Münzreichen. Ab nun wechselten die Besitzer ständig. Immer wieder wurde die Burg etwas verändert und Malereien hinzugefügt.

Eine Schießpulverexplosion im Südteil der Burg im Jahre 1520 zerstörte Teile der Burg, unter anderem die Ringmauer und der Bergfried, welche erneuert werden mussten. Im Jahr 1672 brannte dann der Ostteil der Burganlage durch einen Blitzeinschlag aus. Dieser wurde jedoch nicht wieder erneuert. Ab dem 18. Jahrhundert wurde der Bau sich selbst überlassen und verfiel zusehends. Erst wieder Josef von Görres erkannte im 19. Jahrhundert den Wert der historischen Malereien und berichtete König Ludwig I. von Bayern davon. In Folge studierten beauftragte Architekten und Maler die Werke. Doch es dauerte nicht lange und Teile der Nordwand stürzten ein (1868), wodurch ein großer Teil der Fresken zerstört wurde.

Im Jahre 1883 erhielt Kaiser Franz Joseph das Schloss, als Geschenk von Erzherzog Johann Salvator, welcher 1893 dann Schloss Runkelstein feierlich an die Bürger der Stadt Bozen übergab.

Heute ist das Schloss zu Fuß in einer halben Stunde erreichbar und stellt eine wichtige Attraktion der Stadt Bozen dar. Besonders die Fresken locken Geschichts- und Kunstinteressierte aus Nah und Fern auf das Schloss.

Öffnungszeiten:
> von Dienstag bis Sonntag
> jeweils von 10.00 - 18.00 Uhr