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Loden-Erlebniswelt Vintl

Loden kann nicht viel etwas anhaben. Er hält Regen ab, lässt Luft durch – und wärmt trotzdem. Schon vor Jahrhunderten wurde er in Südtirol getragen, und es ist kein Ende in Sicht. Im Gegenteil: Der Stoff, aus dem die warmen Jacken sind, erlebt einen Boom. Das erkannte Heiner Oberrauch früh. Der Chef des Modehauses Oberrauch-Zitt unter den Bozner Lauben ließ 1999 in Vintl die Lodenwelt bauen – und vereinte dort Produktionsstätte, Geschäft und ein Museum unter einem Dach. Weit über 40.000 Menschen besuchen das Museum pro Jahr und erfahren, wie aus Schafwolle Loden wird und wie dieser früher verarbeitet wurde. „Es ist ein natürlicher Stoff, der seinen Charme nie verlieren wird“, sagt Sara Smaniotto, Geschäftsführerin in Vintl.

Den Großteil der Stoffe bezieht Oberrauch-Zitt von der Tuchfabrik Moessmer im 19 Kilometer entfernten Bruneck. Seit 1894 stellt die Firma auf dem 50.000 Quadratmeter großen Firmengelände Loden her. Schon Kaiser Franz Joseph machte Moessmer zum Hoflieferanten. Daran hat sich bis heute grundsätzlich nichts geändert: Auch der Schneider von Michelle Obama bestellte in Bruneck einen eleganten Tweed-Stoff für die amerikanische First Lady. „Zukunft braucht Herkunft“, erklärt Geschäftsführer Walter Niedermair den Erfolg der Firma, die zwei Weltkriege, mehrere Eigentümer und wirtschaftlich schwierige Zeiten überstanden hat. Der 51-Jährige mit dem schnellen Gang und der auffallenden Brille kam vor fast zwölf Jahren, um den Betrieb gegen die steigende Konkurrenz aus China zu etablieren. Viele schüttelten den Kopf über seine Entscheidung, die Produkte fortan vor allem im Premium-Segment zu positionieren. Die Zahlen sprechen für ihn. Moessmer ist Weltmarktführer beim Strickwalk. „Und die Chinesen kaufen mittlerweile unsere teuersten Stoffe“, sagt er und lacht zufrieden.

Öffnungszeiten:
Die Loden Erlebniswelt mit Freigehege, Erlebnismuseum, Manufaktur und Geschäft ist von Mo. bis Sa. von 9.00 - 17.30 Uhr geöffnet (Juli und August von 9.00 - 18.30 Uhr).