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Bergwerk Villanders

Das Erlebnisbergwerk am Pfunderer Berg bei Villanders (Südtirol) war im Mittelalter eines der bedeutendsten Bergabbaugebiete Tirols. Nach seiner Stilllegung Anfang des 20. Jahrhunderts geriet es in Vergessenheit. Durch die Arbeit des Kultur und Museumsvereines Villanders wurde das Bergwerk am Pfunderer Berg in den letzten Jahren renoviert und zählt nun zu den wenigen Bergwerken in Südtirol welche auch von der Öffentlichkeit besichtigt werden können.

Über 75 Mineralarten
Im Bereich des Bergwerk Villanders am Pfunderer Berges ist wie in den gesamten Sarntaler Alpen der Brixner Quarzphyllit die vorherrschende Gesteinsart. Daneben kommt der Diorit (auch Klausenit genannt weil er rund um Klausen häufig auftritt) und der sogenannte ‘Feldstein’ vor. Der Feldstein ist nur im Pfunderer Bergbaugebiet anzutreffen und immer noch eine sehr schwierig einzustufende Gesteinsgruppe.
Im über 16km langen Stollennetzwerk können sowohl im Diorit (Klausenit), im angrenzenden Feldstein, also auch im Quarzphyllit Erzadern beobachtet werden. Die Erzgänge weisen alle ein hydrothermale Entstehungsgeschichte auf. Ein großes Problem für die Bergknappen waren die vielen Querstörungen bei den Erzgängen. So verschwanden Adern durch die Querverschiebung plötzlich und konnten nicht weiterverfolgt bzw. weiter abgebaut werden.
Die Erzgänge im Pfunderer Berg sind sehr verschieden und komplex. Die Erze treten teils vermengt, teils getrennt oder in Streifen ausgebildet auf. Auch schalenförmige Anordnungen wurden beschrieben. Es wechselten Quarz, Bleiglanz, Zinkblende und Kupferkies. Vor allem im Lorenzstollen traf man auf Ring- und Kokardenerze. Manche Erzknollen bestanden aus Bleiglanz mit einer Rinde von Schwefelkies. Oft trat auch der umgekehrte Fall ein und zwar bildete Schwefelkies den Kern, der von Bleiglanz ummantelt war. Erze, die in schwarzer Zinkblende mit etwas Bleiglanz fleckenartig Kupferkies eingesprengt enthielten, wurden von den Bergknappen „Tattermannl-Erz“ (Tattermannl ist im Volksmund die Bezeichnung für Feuersalamander) genannt.
Im Diorit/Klausenit treten hauptsächlich Bleiglanz und Zinkblende auf. Kupferkies und Pyrit sind dagegen eher an die im Feldstein aufsetzenden Gänge gebunden.
Diese Beobachtungen in der Erzführung gelten aber nicht für das gesamte Bergbaugebiet. Eine Ausnahme bildet das Bergrevier des Seeberges, das auch das Höchstgelegene (2050m) ist. Die Vererzung liegt im Quarzphyllit. Die Hauptmineralien sind hier Zinkblende, Bleiglanz und Pyrit. Kupferkies tritt nur in geringen Spuren auf.
Die Hauptminerale der Gänge bildeten schwarze Zinkblende, Bleiglanz, Kupferkies, Schwefelkies und Quarz. Als silberhältige Erze erwiesen sich vorwiegend Bleiglanz und Kupferkies. In der Zinkblende trat Silber ganz selten auf.
Der Silbergehalt der Erze am Pfundererberg betrug laut alten Aufzeichnungen 3–6 kg pro Tonne Bleiglanz und 0,4–1,7 kg pro Tonne Kupferkies. Gold wurde in kleinen Einschlüssen im Pyrit sowie in der Zinkblende aus dem Kreuz- und Elisabethstollen von Prof. Brigo nachgewiesen bzw. AR. Schmidt (1867) berichtete von Funden im Pyrit des Nikolausstollens.

Wanderung
Im Ortszentrum von Klausen beginnt die Wanderung vom Hauptplatz „Auf der Frag“. Man geht durch die Unterführung der Brennerstraße, kommt am Ansitz Fragburg vorbei und überquert nachher die Villanderer Straße. Hier beginnt der Erzweg – diesen benutzten einst die Bergknappen, um auf Schlitten das erzhaltige Gestein vom Bergwerk zum Erzstadel auf der Frag in Klausen zu führen – vorerst steil bergan bis zum Johannser (764 m) wandern. Gleich oberhalb dem Johannser gelangt man zum Wanderweg mit der weiß-blauen Markierung und wandert 1 knappe Stunde wieder steil hinauf bis zu dem Menhir. Der Menhir – ein Stein aus der Urzeit mit kultischer Bedeutung, der sich meist in der Nähe eines Gräberfeldes befindet– neben Moar in Ums ist etwa 3 m hoch. Wahrscheinlich steht er in Zusammenhang mit einem uralten Höhenweg durch das Eisacktal.
Nun geht es weiter bis zur malerischen Kirche St. Anna (1133 m), die im Jahre 1736 in der heutigen Form erbaut wurde. Von hier wandert man 1 Stunde entlang dem Weg mit der Markierung Nr. 3 bis zum Pfunderer Bergwerk (1250 m).
Um nach Villanders zu gelangen, wandert man 1 weitere Stunde entlang dem Weg mit der Markierung Nr. 3B / 3 bis zur Straße und dann in wenigen Minuten nach Villanders.
Die Wanderung kann auch von Villanders begonnen werden, um nach Klausen zu gelangen. Man muss diese nur in umgekehrter Richtung unternehmen.

Die erste urkundliche Erwähnung
Die erste sichere Nachricht über den Bestand eines Bergwerks im Bereich von Villanders ergibt sich aus einer Schenkungsurkunde aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, in der Graf Arnold von Greifenstein und seine Gemahlin Adelheid den „mons argenti“, den Silberberg von Villanders, dem neugegründeten Kloster Neustift bei Brixen übertrugen. Wie es dem Trend der Zeit entsprach, griffen die Klöster nach bergbaulichen Produktionsstätten.

Führungen:
dienstags und donnerstags
um 10.30 und 14.30 Uhr
sonntags um 10.30 Uhr
17. April bis 5. November 2017

durch den Elisabeth- und Lorenzstollen
mittwochs um 10.30 Uhr
vom 5. Juli bis zum 30. August 2017

Individuelle Sonderführung mit Voranmeldung (zu jeder Tages und Nachtzeit auch im Winter)